Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie hat in den letzten Jahren wieder mehr an Popularität gewonnen. In Zeiten von Niedrigzinsen, scheinen die Dividenden der großen Unternehmen die neuen Zinsen zu werden.

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Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist die Gewinnausschüttung des Unternehmens an seine Aktionäre. Neben den potentiellen Kursgewinnen ist dies die zweite und auch etwas verlässlichere Verdienstmöglichkeit mit einer Aktie.

Die Dividende wird meist quartalsweise oder jährlich ausgezahlt.

Langfristig versuchen die Unternehmen ihre Dividendenzahlungen immer weiter wachsen zu lassen. Dies setzt aber voraus, dass das Unternehmen auch langfristig Umsatz- und Gewinnsteigerungen ausweisen kann. Sollte ein Unternehmen mehr Dividende auszahlen, als es überhaupt Gewinn realisiert hat, ist das kein gutes Zeichen, denn dann zahlt es die Dividende aus der Substanz des Unternehmens – und dies ist mittel- bis langfristig nicht gut für das Unternehmen.

Die Dividendenrendite

Die Dividendenrendite drückt das Verhältnis zwischen jährlicher Dividendenauszahlung und dem Aktienkurs aus. Je höher diese %-Zahl ist, desto rentabler ist die Dividendenausschüttung für den Aktionär.

Beispiel 1: die Dividendenrendite von Coca-Cola

Im Jahr 2018 hat Coca-Cola in 4 quartalsweisen Dividendenzahlungen insgesamt 1,323 € Dividende pro Aktie ausgezahlt. Der Aktienkurs lag damals bei 41,60 € je Aktie.

Dividendenrendite = 1,323 / 41,60 *100 = 3,18%

Das Dividendenwachstum

Im ersten Schritt könnte man also denken, dass eine möglichst hohe Dividendenrendite das beste Kriterium zur Beurteilung einer Dividendenaktie sei. Dem ist aber nicht so.

Denn wenn wir einen langen Investmenthorizont anstreben, ist von hoher Bedeutung, ob das Unternehmen seine Dividende in Zukunft auch gut steigern kann. Dies drückt die Kennzahl des Dividendenwachstums aus.

Beispiel 2: das Dividendenwachstum von Coca-Cola

Die Dividende von Coca-Cola in 2017 lag bei 1,301 € je Aktie. Vergleichen wir dies mit der Dividende von 1,323 € in 2018, ergibt sich folgendes Dividendenwachstum:

Dividendenwachstum = 1,323 / 1,301 – 1 = 1,7%

Kommentar: Mit einer Dividendenrendite von 3,18% ist Coca-Cola definitiv ein guter Dividenenzahler. Das aber relativ niedrige Dividendenwachstum von nur 1,7% in 2018 deutet aber auf nur sehr wenig Dynamik hin. Für eine Kaufentscheidung dieser Dividendenaktie sind diese beiden Zahlen aber noch lange nicht ausreichend. Vor allem eine Betrachtung und Analyse der weiteren Historie und die Beurteilung der Zukunftsaussichten des Unternehmens und seiner Branche sind hier elementar wichtig.

Wie funktioniert die Dividendenstrategie?

Definition

Dividendenstrategie

Eine exakte Definition der Dividendenstrategie gibt es nicht. Du hast also die Freiheit, diese auszugestalten, wie du es für richtig hälst. Einzig der Bezug zu Dividendenaktien muss gegeben sein 😉

In der Praxis haben sich aber 3 Richtungen herausgearbeitet:

Dividendenrendite-Strategie

Bei dieser Strategie legt man besonderen Fokus auf Aktien, die eine möglichst hohe Dividendenrendite vorweisen können. So gibt es eine ganze Reihe an Unternehmen, die eine aktuelle Dividendenrendite von über 5% oder sogar bis zu 10% haben.

Diese kann man dann in seinem Depot z.B. jährlich überprüfen, ob die Unternehmen diese hohe Dividende dann noch zahlen und tauscht evtl. manche Aktien aus.

Dividendenwachstumsstrategie

Eine etwas mehr in die Zukunft gerichtete Strategie schaut primär auf das Dividendenwachstum der Unternehmen. Dies sind meist jüngere Unternehmen in stark wachsenden Branchen. Hier empfiehlt es sich aber besonders, nicht nur auf das Wachstum im letzten Jahr zu schauen, sondern mindesten den Durchschnitt der letzten 3-5 Jahre heranzuziehen.

Dividendenaristokraten-Strategie

Diese 3. Strategie setzt auf die Verlässlichkeit der Dividendenzahlungen.

Dividendenaristokraten nennt man Dividendenaktien, die es geschafft haben ihre Dividenden konstant über die letzten 25 Jahre, Jahr für Jahr, anheben zu können.

25 Jahre ist hier ein Zeitraum, der auch die letzten größeren Börsen- und Finanzcrashs beinhaltet. Wenn ein Unternehmen auch in diesen Zeiten seine Dividenden weiter zahlen konnte und sogar leicht anheben konnte, beweist damit auf beeindruckende weise, wie solide das Geschäftsmodell des Unternehmens ist.

Vorteile der Dividendenstrategie

  • Regelmäßige Dividendenzahlungen können zu einem 2. Einkommen des Privatinvestors werden.
  • Starke Dividendenzahler sind meist auch solide wirtschaftende Unternehmen.
  • Durch deine persönliche Beschäftigung mit Einzelaktien und der Bewertung von Unternehmen, lernst du sehr viel – dies wird dir langfristig dabei helfen, immer bessere Investitionsentscheidungen zu treffen und mit deinen Finanzen solide zu wirtschaften.

Nachteile der Dividendenstrategie

  • Anders als Zinsen, sind Dividenden nicht garantiert. Das Unternehmen kann jederzeit entscheiden, die Dividende zu kürzen oder sogar ganz auszusetzen.
  • Wer nur in Dividendenaktien investiert, lässt viele Unternehmen links liegen. Viele junge und stark wachsende Unternehmen behalten ihre Gewinne im Unternehmen, um diese direkt wieder selbst zu investieren. Am Erfolg dieser Unternehmen kann man dann nicht mit profitieren.
  • Die Investmententscheidung sollte nie nur auf den beiden Kennzahlen Dividendenrendite und Dividendenwachstum basieren. Du als Privatinvestor, musst also noch tiefer in die Unternehmensanalyse einsteigen, um auch wirklich langfristigen Erfolg zu haben.
  • Um auch vom Zinseszins-Effekt profitieren zu können, muss du als Privatinvestor selbst, regelmäßig die erhaltenen Dividenden wieder in neue Aktien investieren.

Fazit

Die Dividendenstrategie ist eine bewährte Methode, direkt und regelmäßig an den Unternehmensgewinnen zu profitieren. Anders als bei Gewinnen durch Kurssteigerungen, hat man auch ohne den Verkauf der Aktien schon positive Kapitalflüsse (Cash-Flow) auf sein eigenes Konto.

Wer Lust und Zeit hat, sich selbst mit der Bewertung von Unternehmen zu beschäftigen und regelmäßig seine Entscheidungen validiert und anpasst, wird viel Freude mit der Dividendenstrategie haben.