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Meine 5 Tipps für das Verhalten im Börsencrash

5 Tipps Börsencrash

Diesen Artikel schreibe ich inmitten des Börsencrash 2020 – im Zuge der weltweiten Ausbreitung des Corona-Virus.

Die Nachrichten sind voll von negativen News, es herrscht große Verunsicherung in der Bevölkerung – und die Börsenkurse rutschen in den Keller. Diese Beschreibung trifft wohl auf die meisten Börsencrashs der letzten 100 Jahre zu. Daher soll dieser Artikel nicht nur den aktuellen Crash im Blick haben. Vielmehr möchte ich eher allgemeingültig, meine persönliche Empfehlung für das Verhalten bei einem Börsencrash beschreiben.

Meine 5 Tipps für das Verhalten in einem Börsencrash.
Dies stellt keine Aktienberatung oder Kaufempfehlung dar, es sind nur meine ganz eigenen Grundsätze, nach denen ich handle.

1. Halte an deiner Aktienstrategie fest

In diesem Blog habe ich schon oft darüber geschrieben, wie wichtig es ist, dass du dir deine eigene Aktienstrategie aufbaust und dich strikt an sie hältst. Diese muss ganz individuell an deine persönlichen und finanziellen Gegebenheiten angepasst und auf deine ganz eigenen Ziele ausgerichtet sein.

In Zeiten, wo eigentlich fast alle Aktien im Wert steigen, ist es verhältnismäßig einfach, sich daran zu halten. Besonders schwierig wird es aber bei einem Börsencrash!

Aber gerade dann ist es am wichtigsten! Weiche nicht von deiner Aktienstrategie ab!

Dies bringt uns zu meinem 2. Tipp:

2. Bleibe ruhig

Bleibe ruhig und verfalle nicht in Panik!

Kurzschlussreaktionen und Panikverkäufe sind meiner Meinung nach das denkbar falscheste was du in einem Börsencrash tun kannst. Sowohl meine ETF Portfolios, als auch meine Dividenden ETFs und Aktien habe ich nach dem Prinzip „Buy and Hold“ gekauft. Genau daran versuche ich mich auch in schlechten Börsenzeiten zu halten.

Natürlich verläuft jede Krise anders und hat auch in der realen Wirtschaft unterschiedliche Auswirkungen. Daher gibt es auch immer unterschiedliche Gewinner und Verlierer. Dies zu bewerten ist mein 3. Tipp:

3. Welche Unternehmen sind in der Krise wirklich gefährdet

Panik an den Börsen kann dazu führen, dass die Aktienkurse von fast allen Unternehmen mit nach unten gezogen werden. Dies muss nicht in jedem Fall auch gerechtfertigt sein.

Ich versuche daher für alle Unternehmen in meinem Portfolio (bei Einzelaktien) individuell zu bewerten, ob diese mit ihren Geschäftsmodellen auch real gefährdet sind.

  • Gibt es reale negative Einflüsse auf die Umsätze, Cash-Flows und Gewinne?
  • Wie stark ist die Branche betroffen, in der es tätig ist?
  • Ist das Unternehmen in Gänze betroffen, oder nur einzelne Bereiche/Regionen?
  • Wie solide sind das Unternehmen und seine Bilanz aufgestellt?
  • Wie lange werden die negativen Einflüsse andauern?

So versuche ich ganz objektiv die Lage der Unternehmen in meinem Portfolio zu bewerten. So lange sich hier keine substanziellen Änderungen ergeben, gilt weiterhin: „Buy and Hold“.

Bei Investments in breite ETFs, wie z.B. den MSCI World, ist das natürlich nicht so ohne weiteres machbar. Hier sind die Fragen eher generellerer Natur. Lies hierzu gerne meinen Artikel: Weshalb ich mich über den aktuellen Börsencrash freue.

4. Prüfe deine persönliche Situation

Dies ist ein ganz besonders wichtiger Punkt: Prüfe deine persönliche Situation

Der Blick auf dein Depot und die Börse sind ja schön und gut. Ob du aber weiter investieren kannst oder eventuell dazu gezwungen bist, auch im Börsencrash Aktien und ETFs zu verkaufen, hängt ganz besonders von deiner persönlichen Situation ab!

Zu aller erst: Wie sicher ist dein Arbeitsplatz/dein Einkommen? Muss dein Arbeitgeber eventuell Kurzarbeit anmelden, dich ganz kündigen oder ist insolvenzgefährdet? Brechen dir als Selbstständiger die Einnahmen weg?
Dies musst du dir ganz objektiv und ehrlich beantworten! Denn bestehen hier auch nur die leichtesten Unsicherheiten, solltest du von großen Investitionen in den Aktienmarkt absehen und dich auf den Ausbau deiner Cash-Reserven konzentrieren.

Wie groß sind deine Cash-Reserven? Diese sollten ja auch in „normalen“ Zeiten mehrere Netto-Monatsgehälter betragen. Prüfe dies unbedingt!

.. und bedenke: Investiere nur Geld, welches du ganz sicher in den kommenden 5-10 Jahren nicht brauchst!

5. Investiere größere Summen alle 10% Kursrückgänge

Wenn du die obigen 4 Punkte abgearbeitet hast, kannst du dir dann Gedanken dazu machen, wie du die nun günstigen Einstiegsmöglichkeiten an der Börse nutzen willst/kannst.

Ich selbst versuche erst gar nicht, das bestmögliche Market Timing zu erwischen. Ich weiß, dass dies für mich unmöglich ist. Daher möchte ich einfach zu einem gewissen Durchschnitt im Crash größere Aktien- und ETF-Positionen kaufen und nachkaufen.

Hierzu schaue ich mir zunächst meinen freien Cash an, den ich für Investitionen zur Verfügung habe (nicht die Cash-Reserve!!!). Diesen teile ich durch 4.

Beispiel: Ich habe 6.000€ als freien Cash zu Verfügung. Geteilt durch 4, ergibt dies Tranchen von je 1.500€

Diese investiere ich nun alle 10% Kursrückgänge.

Beispiel:
– Ausgangspunkt des Hochs vom DAX im Februar 2020: 13.800 Punkte.
– 1. Nachkauf bei -10% : 12.420 Punkte
– 2. Nachkauf bei -20% : 11.040 Punkte
– 3. Nachkauf bei -30% : 9.660 Punkte
– 4. Nachkauf bei -40% : 8.280 Punkte

Dies nehme ich als grobe Orientierung. Es ist natürlich kein Gesetz und stellt keinen Zwang dar. Es soll mich aber davon abhalten, direkt mein ganzes „Pulver“ bei der -20% Stufe direkt voll zu „verschießen“. Dann hätte ich kein Cash mehr zur Verfügung, sollte es tatsächlich noch weiter nach unten gehen. Und wie weit es tatsächlich nach unten gehen wird, weiß auch niemand.

Fazit

Ein Börsencrash ist immer eine besondere Zeit. Emotionen, Verunsicherung, Ängste.

Aber in solchen Zeiten trennt sich die Spreu vom Weizen und nur die ruhigen und fokussierten Investoren werden gestärkt daraus hervorkommen.
Ich hoffe, dass du und ich dazu gehören werden und wir mit weiter steigenden Kursen und Dividenden belohnt werden.

Ich habe dir hier meine 5 Tipps für das Verhalten in einem Börsencrash mitgegeben.
So verhalte ich mich! Wie sieht es bei dir aus? Weicht dein Vorgehen von meinem ab?
Ich würde mich über Diskussionen in den Kommentaren sehr freuen.

Autor

Ich bin der Julian - 28 Jahre alt und ich bin Junginvestor. Mir ist bewusst geworden, dass ich meine Finanzen selbst in die Hand nehmen muss. Mit dem Bewusstsein, dass ich für mich selbst verantwortlich bin, baue ich mir meine eigene Rente und gehe Schritt für Schritt den Weg zu meiner finanziellen Freiheit.

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